Gründüngungen schmücken mit violett blühenden Phacelia, saftigen Kleearten und diversen bunten Mischungen so manches Feld in der herbstlichen Land(wirt)schaft. Auch im Hausgarten helfen Gründüngungen die Bodennährstoffe im Fluss zu halten und fördern damit die Bodenfruchtbarkeit.
Nährstoffe und Humus
Beim Gelingen im eigenen Gemüsegarten kommt es in erster Linie auf einen gesunden und nährstoffreichen Boden an. Viele Gemüsearten, darunter Kartoffeln, Kohl, Gurken oder Tomaten, gedeihen als Starkzehrer nur mit ausreichend verfügbarem Stickstoff.
Nach der letzten Ernte profitieren Böden deshalb von der Bedeckung und Durchwurzelung einer Gründünung. Diese Pflanzen speichern über den Winter leicht verfügbare Nährstoffe, insbesondere Stickstoff. Nach der Einarbeitung der Gründüngungspflanzen im Frühjahr werden die Nährstoffe freigesetzt und sind so für die nächsten Kulturen verfügbar. Zusätzlich wird bei der Umwandlung der Pflanzenreste durch das Bodenleben wertvoller Humus gebildet.
Bodenphysik & Erosionsschutz
Ein immer größeres Problem stellen Extremwetterereignisse mit Sturm und Starkregen dar, die vor allem bei ausgetrockneten Böden Schäden verursachen. Bepflanzte Flächen sind weniger von Schäden durch Erosion oder Verschlämmung betroffen, da die Pflanzenwurzeln das Erdreich stabilisieren. Durch die stetige Beschattung verdunstet ausserdem weniger Wasser.
Bodenbiologie & Insektenwelt
Der Gartenboden ist lebendig und beheimatet zahlreiche Organismen. Je artenreicher und belebter er ist, desto besser seine Qualität und Fruchtbarkeit. Gründüngungen dienen als Futter für die Bodenlebewesen und unterstützen damit ihre nützlichen Dienste (z.B. Humusaufbau). Sie fördern also eine gesunde Bodenstruktur und sorgen für genügend Wasser und Nahrungsangebot fürs Bodenleben.
Nicht nur das Bodenleben, sondern auch die Insektenwelt profitiert von Gründüngungen. In der hochsommerlichen Trachtenlücke finden nützliche Insekten wie Bienen wenig Futter. Mit Schuld daran ist der schwindende Anteil an Wildblumenwiesen und Blütenreichen Bracheflächen in der heutigen Kulturlandschaft. Blühende Grünflächen im Garten helfen!
Ein weiterer positiver Effekt ist, dass konkurrenzstarke Gründüngungen unliebsame Beikräuter unterdrücken. Sie vermindern somit ihre Ausbreitung.
So funktioniert Gründüngung
Für die kurzfristige Nutzung und schnelle Erfolge werden einjährige Gründüngungspflanzen empfohlen. Die Sortenauswahl erfolgt unter Berücksichtigung der zu erzielenden Effekte bzw. der Folgekultur.
Für die Bodenlockerung eignen sich tiefwurzelnde Sorten wie Sonnenblume, Ölrettich oder Lupine. Um Nährstoffe anzureichern werden stickstofffixierende Leguminosen wie Wicken, Erbsen oder verschiedene Kleearten gesät. Wichtig ist, dass die Gründüngungspflanze nicht aus derselben Familie der Folgekultur stammt, da sonst Pflanzenkrankheiten vorprogrammiert sind (Beispiel Kohl nach Kreuzblütlern).
Die Aussaat der Gründüngung kann prinzipiell und abhängig von der Sortenwahl über den ganzen Vegetationszeitraum erfolgen. Sie dienen niedrigwachsende Pflanzen wie Gelbklee oder Weissklee als Untersaat im Gemüsebeet oder in Beerenkulturen. Zur Überbrückung von Herbst zu Frühjahr bieten sich der winterharte Wickroggen oder das Landsberger-Gemenge an. Mehrjährige Kleegrasmischungen wiederum können in einer Fruchtfolge zur Bodensanierung dienen.
Die Gründüngungsfläche sollte vorher gut gelockert und mit etwas organischem Dünger oder Kompost gedüngt und geebnet werden. Im Frühjahr gesäte Gründüngungen können vor der Samenreife geschnitten und als Mulchschicht in anderen Beeten verteilt werden. Im Sommer gesäte Gründüngungen frieren über den Winter meist ab und werden im Frühjahr in den Boden eingearbeitet. Insgesamt gilt es, die Samenreife der Gründüngungspflanzen zu vermeiden, damit sich diese nicht im Gemüsegarten ausbreiten.
Die Sortenwahl
- Der fruchtfolgeneutrale Lein (z.B. die Sorte ‘Blaues Wunder’) ist mit keiner Gemüsefamilie verwandt.
- Der Dauerblüher Buchweizen weist eine starke Wurzelbildung aus und ist bei Bienen beliebt. Er reift und versamt sich bereits nach etwa 80 Tagen.
- Die Bienenweide Phacelia fixiert viel Stickstoff und eignet sich gut als Nachsaat im Gemüsegarten.
- Inkarnatklee kann statt Wintergemüse im September gesät werden, überwintert und bildet im Frühling schöne rote Blüten, die den Bienen als Nahrung dienen.
- Esparsette ist eine einheimische, winterharte Staude, die mit ihren duftenden, pinken Blüten zahlreiche Insekten anlockt und besonders bei Bienen und Schmetterlingen beliebt ist.
Tipp für Balkon und Terrasse: hübsch blühende Gründüngungspflanzen wie Ringelblume, Inkarnatklee oder Esparsette in Töpfen, Säcken oder anderen Behältnissen locken zahlreiche Insekten an…und Kinder, die die Schmetterling, Biene und Co. gerne beobachten.
Sativa hat drei wunderschön blühende Mischungen im Sortiment
- Insektenbuffet: Blühstreifenmischung ohne Kreuzblütler, jedoch mit Wicken, Klee, Sonnenblumen und weiteren Insektenfutterpflanzen. Durch die schnell deckenden Pflanzen muss wenig gejätet. Gut für Seedballs geeignet.
- Bienenapéro: Einfache, schnell deckende, Blühstreifenmischung. Der Mix aus Wildblumen und -kräutern mit Ökotypen aus Schweizer Wildsammlung oder Vermehrung liefert ein reichhaltiges Nahrungsangebot für Bestäuber und andere Nützlinge. Teilweise abfrierend.
- Bienenweide mellifera: Diese einjährige Kräuter – und Blütenpflanzenmischung wird von Mellifera e.V. empfohlen. Sie hat ein reiches Nektar- und Pollenangebot für Hummeln, Schmetterling, Honig- und Wildbienen. Ideal für kleine Freiflächen und Blüteninseln im Garten, die zudem die Bodenfruchtbarkeit fördert.